KZ-Gedenkstätte Flossenbürg – Ort der Erinnerung


Es sind elf Kilo Papier: Namensbuch nennt sich das Werk. In der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg liegt es und listet die Namen aller bekannten Lager-Insassen auf — 100.000 sind es aktuell. Der Besuch der Gedenkstätte  in dem Oberpfälzer Ort mit einer Schulklasse lohnt sich.

Von den rund 100.000 Menschen, die die Nazis hier interniert haben, hat jeder Dritte die Haft nicht überlebt.

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„Was bleibt – Nachwirkungen“

Die Schau „Was bleibt — Nachwirkungen“ beleuchtet die Geschichte des Ortes, das Schicksal der Häftlinge nach Kriegsende und deren Kampf um Entschädigung. Und auch den weiteren Lebensweg der Täter. Sie beginnt mit dem 23. April 1945, dem Tag der Befreiung des Konzentrationslagers durch amerikanische Truppen.

Auf mehr als zwei Dutzend Monitoren erscheinen Bilder, Filme und Texte, die die Nachkriegsgeschichte des KZ reflektieren — bis in die Gegenwart hinein. Von der Decke baumeln Hörglocken, aus denen Erläuterungen zu den einzelnen Exponaten schallen. Am Ende taucht der mutmaßliche NS-Verbrecher John Demjanjuk auf einem der Bildschirme auf: Er soll Wachmann in Flossenbürg gewesen sein.

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Holocaust im digitalen Netz

60 Wissenschaftlern aus elf Ländern trafen sich kürzlich zu einer Tagung zur Erforschung von Nazi-Verbrechen. Ihre Vision:  eine umfassende Datenbank aller KZ-Häftlinge.

Im KZ Flossenbürg erreichte die deutsche Gründlichkeit die Züge von Besessenheit. Es gab Transportlisten, Zugangslisten und eine Effektenkartei, die die Habseligkeiten der Häftlinge bei ihrer Einlieferung auflistete. 1997 waren die Nummernbücher, zentrales Erfassungsdokument der SS, wieder aufgetaucht: Die acht Bände ruhen in den National Archives in Washington. Davon sind andere Standorte weit entfernt.

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Gedenkstätte Flossenbürg

Die Führung durch die Gedenkstätte dauert 1½ Stunden und beziehen Teile der Ausstellung „Konzentrationslager Flossenbürg 1938-1945“ mit ein (Foyer mit Lagermodell und ehemaliges „Häftlingsbad“).
Für den Besuch mit Schulklassen ist eine Vorbereitung sinnvoll, z.B. der Zeitzeugenfilm oder eine Rede des ehemaligen Häftlings Jack Terry. Für die Ausstellung bietet die Gedenkstätte für Klassen Erschließungsblätter zum eigenständigen Besuch an.

Angeboten werden auch Fortbildungen für Lehrer und Lehrerinnen aller Schularten Fortbildungen, möglich sind auch Informationsveranstaltungen an der Schule selbst.

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Über JJB
JJB unterrichtet in Bayern in der Sekundarstufe I.

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